Ethanol-Kraftstoffe - eine realistische Alternative?

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Ethanol-Kraftstoffe - Übertreibung oder realistische Alternative?

Der Hauptgrund, warum Ethanol und andere Alkoholkraftstoffe von Regierungen und Fahrzeugherstellern so favorisiert werden, liegt darin, dass sie ohne größere Nachrüstung von den gängigen, bereits existierenden Kfz genutzt werden können.

Außerdem zählt Ethanol, welches kommerziell als Autokraftstoff verwendet und hauptsächlich aus organischen pflanzlichen Bestandteilen hergestellt wird, zu den erneuerbaren Energiequellen, welchen nun auch von offizieller Seite mehr und mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Daneben ist Ethanol ein Treibstoff mit hoher Oktanzahl, der die Umwelt nicht verschmutzt und sein Preis ist dem von gängigen Kraftstoffen vergleichbar. Aber wie viele andere alternativen Brennstoffe, ist auch Ethanol nicht der ideale Ersatz für herkömmliche Petro-Kraftstoffe, sondern eben auch nur eine leichte Verbesserung.

Worin liegt das Problem?

Ethanol is mostly derived from plant feedstock

Im Allgemeinen wird Ethanol, bzw. Ethylalkohol, durch die Umwandlung von pflanzlichen Materialien, welche auf Kohlenstoff basieren, hergestellt. Dies geschieht durch eine Anzahl chemischer Prozesse, welche diese Substanzen in brauchbaren Kraftstoff für Auto umwandeln. Dieser Brennstoff wird zu den erneuerbaren Energiequellen gerechnet, weil die Pflanzen immer wieder neu gepflanzt und nachwachsen können und weil die Sonne, diezur Photosynthese gebraucht wird, als unerschöpflich angesehen wird.

Die gebräuchlichsten Nutzpflanzen, die zur Ethanolproduktion verwendet werden, sind Mais, Zuckerrohr, Zuckerrüben, Gerste und andere Getreidesorten und noch weitere Nutzpflanzen. Viele Kritiker bemängeln dabei, dass der Einsatz von Nutzpflanzen zur Benzinherstellung eine schlechte Verwendung von Nahrungsmitteln ist, ganz besonders in Ländern mit hungernden Bevölkerungen, und dass es außerdem eine Verschwendung von kostbaren Anbauflächen darstellt. Das wahre Potential liegt in der Möglichkeit Celluloseteile von Pflanzlichen Abfällen für die Ethanolherstellung zu nutzen.

Eine weitere Möglichkeit aus Nutzpflanzen Alkoholkraftstoffe herzustellen besteht in der Nutzung von Algen. Dieses interessante Verfahren, das von der US-Firma Algenol (mit Hauptsitz in Bonita Springs, Florida) entwickelt wurde, empfiehlt Algen in Sonnenlicht wachsen zu lassen um dadurch Alkohol zu produzieren. Der Alkohol wird dann geerntet, ohne dass die Algen dabei zerstört werden. Diese Firma behauptet, dass das Verfahren 6.000 Gallonen (26.430 Liter) Ethanol pro Morgen (4046,8 m2) pro Jahr produzieren kann. Augenblicklich können mit Maispflanzen nur etwa 400 Gallonen (1.762 Liter) pro Morgen hergestellt werden.

Ethanol-Benzin Mischung

Um den Gebrauch von Kraftstoffen die nur auf fossilen Brennstoffen basieren zu reduzieren, haben viele europäische Staaten damit begonnen per Gesetz die Verwendung von Ethanol-Benzin Mischungen für Kraftfahrzeuge zur Pflicht zu machen. Seit 1993 verlangt auch in den USA ein Bundesgesetz, dass alle Fahrzeuge mit einer 22 und 25 prozentigen Ethanol-Beimischung fahren. Alle amerikanischen, leichten Nutzfahrzeuge werden seither so hergestellt, dass sie mit einer 10 Prozent Ethanol-Benzin Mischung ganz normal fahren können. Das hatte zur Folge, dass über 90 Prozent des Kraftstoff, der 2010 in den Staaten verkauft wird mit Ethanol vermischt war.

Bereits seit 1999 stellen die meisten Fahrzeugbauer weltweit Fahrzeugmodelle her, die mit einem Ethanol-Benzin Mix oder gar mit reinem Ethanol fahren können. Es ist offensichtlich, dass die Fahrzeughersteller zuversichtlich sind, dass Ethanol eines Tags in die Fähigkeit hat, die fossilen Treibstoffe zu ersetzen.

Umweltverträglichkeit von Alkoholkraftstoffen

Besonders im Vergleich zu herkömmlichen Kraftstoffen verbrennt Ethanol ziemlich sauber. Es produziert keinen Feinstaub und die verbrannten Abgase sind Wasser und Kohlendioxid mit einigen Aldehyden. Doch um die selbe Leistung wie Benzin zu bringen, produziert Ethanol 19 Prozent mehr Kohlendioxid, ein wichtiges Treibhausgas.

Wissenschaftler der Stanford University haben herausgefunden, dass im Vergleich zu Normalbenzin die hohen Anteilen von Ethanol-Beimischungen (etwa bei E85) das mögliche Todesrisiko durch Luftverschmutzung in städtischen Ballungsgebieten um 9% erhöhen würde. Obendrein würde die Verbrennung von hohen Ethanolanteilen photochemischen Smog erhöhen würde, was Asthmapatienten zusätzliche Leiden verursachen würde.

Doch nicht alle Wissenschaftler stimmen diesen Beurteilungen von Kohlendioxidemissionen der Alkoholkraftstoffe zu. Manche schätzen gar, dass Fahrzeuge, die mit Alkohol fahren 22 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen als Normalbenziner. Die Zahlen sind sogar noch besser, nämlich bis zu 56 Prozent Verringerung, wenn Ethanol von Zuckerrohr hergestellt wurde.

Diese Widersprüche zeigen, dass es noch weiterer Forschung bedarf bis Ethanol ein verlässlicher Ersatz für herkömmliche Kraftstoffe werden wird. Dies gilt sowohl für die Umweltverträglichkeit als auch für die Rohstoffquelle, die von Ackerflächen mit Nutzpflanzen weg und hin zu pflanzlichen Abfällen führen muss, welche dann als Rohstoff für die Ethanolherstellung dienen. Dennoch kann die augenblickliche Methode der Beimischung zu herkömmlichem Benzin als ein Schritt in die richtige Richtung angesehen werden.

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Ethanol und andere Alkoholkraftstoffe können ohne große Nachrüstung von gängigen Kraftfahrzeugen genutzt werden